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Praxisbericht vom 9. August 2012
Aufbereitung von Jetting-Rückfluss-Material
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Beim Neubau der Autobahn A9 im Wallis wurde bei den beiden Bauwerken "gedeckter Einschnitt Turtmann" und "Tunnel Riedberg" das Jetting-Verfahren angewendet. Unter anderem konnten dadurch bauliche Herausforderungen gemeistert werden. Das beim Jetting anfallende Rückflussmaterial wies aber stark erhöhte Chromat-Gehalte auf, die den Grenzwert für Inertstoffmaterial überschritten.
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Sind bei einem Tunnel-Projekt Lockergesteinsschichten zu durchfahren, kommt das Jettingverfahren zum Einsatz. Ein Trägergerät bohrt ein horizontales Loch in das Lockergestein. Beim Zurückziehen des Bohrgestänges wird eine Zementsuspension mit bis zu 600 bar Druck ins Bohrloch gepresst. Durch das Einpressen der Suspension entsteht ein Rückfluss von Material entlang des Bohrgestänges. Dieser Rückfluss ist ein Gemisch aus Lockergestein, Zement und Wasser. Die Fräswirkung des drehenden Schneidstrahls ermöglicht eine gezielte Herstellung von säulenförmigen Betonkörpern. Unter dem Schutz eines Gewölbes aus solchen horizontalen Erdbetonsäulen kann der Mineur nun seinen Tunnelvortrieb starten.
.Im Rahmen des Baus der A9 sind grosse Mengen an Jettingmaterial angefallen, einerseits aus dem gedeckten Einschnitt (Tagbautunnel) bei Turtmann und andererseits aus dem Tunnel Riedberg bei Gampel-Steg. Dieses Rückflussmaterial lagert nun auf den beiden Zwischenlagern im "Leukerfeld" (Rund 80‘000 m3) und im Gebiet "Schnidrigu" (Rund 20‘000 m3). Die teilweise hohen Gehalte des Jettingmaterials an 6-wertigem Chromat überschreiten den Grenzwert für Inertstoff gemäss TVA (Technische Verordnung über Abfälle). Die erhöhten Chromat-Gehalte stammen aus dem Zement. Bei der Herstellung von Zement wird beim Brennen ein Teil des im Gestein enthaltenen Chroms zu Chromat umgewandelt.
.Aufgrund der hohen Chromat-Gehalte im Jettingmaterial suchte das Amt für Nationalstrassenbau (ANSB) des Kantons Wallis eine gesetzeskonforme, preisgünstige und umweltschonende Lösung die beiden Zwischenlager möglichst schnell zu räumen.
Für die Umsetzung dieser Projektmassnahme betreibt die ARGE "Entsorgung Jettingmaterial A9", bestehend aus den Firmen Ebiox AG und Gebr. Zengaffinen AG, eine Vor-Ort-Aufbereitung des Jettingmaterials auf dem Areal des Zwischenlagers "Leukerfeld". Die Behandlung erfolgt unter Berücksichtigung der Gesetzeskonformität, der Machbarkeit, der ökologischen Aspekte und insbesondere der Wirtschaftlichkeit in einer eigens für diese Aufgabenstellung konzipierten Aufbereitungsanlage. Durch die gezielte Zugabe von geeigneten Reagenzien erfolgt die Umwandlung der Chromate in unbedenkliche Produkte. Diese können aufgrund ihrer, für die Umwelt unproblematischen Eigenschaften in einer TVA-konformen Inertstoffdeponie abgelagert werden.
.Die Arbeiten für die Erschliessung der Baustelle und den befestigten Installationsplatz sowie der Aufbau der Anlage begannen im Februar 2012. Die aufgebaute Anlage entspricht dem neuesten Stand der Technik. Die Aufbereitung des Materials startete im April.
.In einem ersten Schritt erfolgt die Vorkonditionierung des Jettingmaterials mit einer Keestrack Siebanlage durch die die Gebr. Zengaffinen AG. Die Feinfraktion gelangt über das Abzugsband direkt auf einen knickgelenkten Muldenkipper, welcher das Material zur Aufbereitungsanlage der Ebiox AG transferiert. Die Zerkleinerung der Grobfraktion und der massigen Jettingsäulen erfolgt mit einem grossen GIPO Mobilbrecher der Gebr. Zengaffinen AG.
.Das so mechanisch vorbehandelte Jettingmaterial gelangt mit Hilfe eines Hydraulikbaggers in den Aufgabetrichter eines Prallbrechers mit einer Durchsatzleistung von rund 100 Tonnen pro Stunde. In der nachfolgenden Vorrichtung erfolgt die Zugabe der Reagenzien. Per Förderband gelangt das behandelte Jettingmaterial abschliessend auf einen Telestack Schwenkbandabsetzer. Dadurch ist es möglich 32‘500 Tonnen Material zu schütten.
Die Tagesleistung variiert zwischen 800 und 1'300 Kubikmeter. Für die ordnungsgemässe Aufbereitung und Entsorgung des Jettingmaterials ist eine entsprechende, analytische Qualitätsprüfung vorgegeben. Jede Tagescharge wird in einem eigenen Kompartiment zwischengelagert und beprobt. Alle Proben werden durch ein externes Labor analysiert. Nach Erhalt der Untersuchungsresultate erfolgt die Freigabe durch die Fachbauleitung. Die freigegebene Materialcharge wird anschliessend per LKW oder per Bahn in die gewählte Inertstoffdeponie abtransportiert. Die 100‘000 Kubikmeter Jettingmaterial sind bis im Herbst 2012 fachgerecht aufbereitet, behandelt und entsorgt. Danach stehen die beiden Zwischenlager dem Amt für Nationalstrassenbau (ANSB) wieder zur Verfügung.
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Lupe . Aufbereitung von Jetting-Rückfluss-Material
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